Enztäler Sonderausgabe "Guten Morgen Höfen"
Samstag, 15.05.2008

Von Heinz Ziegelbauer
 

Voraussichtlich kommt bald ein Wasserspielplatz
Bei fast schon sommerlichen Temperaturen hat das Höfener Freibad seine Pforten geöffnet.

Um den ersten Badegästen einen Willkommensgruß mit einem Glas Sekt oder Orangensaft und mit Selbstgebackenem anzubieten, ist Wolfgang Stier präsent gewesen. Er leitet seit Kurzem den Freibad-Förderverein. Der neue Vorsitzende hofft zusammen mit Bürgermeister Holger Buchelt und dem Gemeinderat auf eine erfolgreiche Badesaison, um mit den Eintrittsgeldern das Defizit des Bades in Grenzen zu halten und damit dessen Existenz auch in Zeiten knapper werdender Finanzen weiterhin sichern zu können.
Wie schon die Stadt Bad Wildbad hinsichtlich des Waldfreibads in Calmbach, so hat auch die Enztalgemeinde Höfen vor einigen Jahren, als die kommunalen Einnahmen stark zurückgegangen waren, über eine Schließung des Freibads laut nachgedacht. Um dies zu verhindern, konstituierten sich Fördervereine. Der Höfener Verein wurde am 25. Juli 2003 aus der Taufe gehoben. Das Ziel lautet, alle der Erhaltung des Freibads dienenden Maßnahmen zu unterstützen, den Jugendlichen und Menschen mit Behinderungen das Schwimmen vor Ort zu ermöglichen und den Schwimmsport zu fördern. Ein weiteres Vereinsziel ist, der Höfener Grundschule die Möglichkeit zu bieten, im Freibad Höfen Schwimmunterricht zu erteilen.

Wenn Wolfgang Stier und sein ebenfalls neu gewählter Stellvertreter Thomas Gronau auf die vergangenen Jahre zurückblicken, hat der Verein diesen Zielen in verschiedenen Richtungen Rechnung getragen und will das auch in Zukunft tun. Und zwar in mehrfacher Hinsicht: Mit tatkräftiger praktischer Mitarbeit beispielsweise beim Vorbereiten der Badesaison, mit dem Realisieren eigener Projekte und mit Veranstaltungen, deren Reinerlöse für den Vereinszweck verwendet werden. Insgesamt wurden bisher etwa 1000 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet. Seit drei Jahren gibt es das attraktive Zwölf Stunden-Schwimmen in Zusammenarbeit mit den
Schwimmmeistern und mit Sponsoren, das eine der Haupteinnahmen des Vereins ist. In diesem Jahr findet es am 11. Juli statt.
Der Förderverein finanziert das Frühschwimmen mit, das schon "auf der Kippe" stand und vom Verein damit gerettet werden konnte. Zu den jüngsten größeren Projekten des Vereins gehörte das Anlegen einer Liegewiese samt Verlegen eines Rollrasens auf dem neu terrassierten Gelände nahe des Kinderspielbereichs mit Kosten in Höhe von etwa 3.500 Euro. Rund 1.200 Euro ließ sich der Förderverein drei große Sonnenschirme mit einem Schatten spendenden Durchmesser von fünf Metern kosten. Den Betrag von 1.800 Euro investierte der Verein in die neue Kinderrutsche. Am Zaun wurde ein Sicht und Windschutz angebracht.
Das nächste große Projekt ist voraussichtlich das Anlegen eines Wasserspielplatzes für Kinder, über dessen Standort noch keine letzte Klarheit herrscht. Angedacht war zunächst ein Bereich am Förtelbach. Aus praktikablen Gründen hielt der Gemeinderat einen solchen in der Nähe des Kinderspielgeländes für besser, was auch Wolfgang Stier und Thomas Gronau akzeptierten. Die noch offene und die Kosten ganz wesentlich beeinflussende Frage ist, mit welcher Wasserqualität die Anlage versorgt werden muss, weil es sich um ein Angebot im Rahmen des Freibadbetriebs
handeln wird. Obwohl eine rasche Realisierung angestrebt wird, dürfte der Was-serspielplatz erst im nächsten oder in den nächsten Jahren Realität werden. Auch hier will der Förderverein bei Bauarbeiten Eigenleistungen erbringen und die Ausstattung mit Spielgeräten fördern.
Unter Hinweis auf die satzungsmäßig festgelegten Ziele denkt man im Freibad-Förderverein auch an einen stufenlosen und damit barrierefreien Zugang zum Freibad für Menschen mit Behinderungen und für Mütter mit Kinderwagen sowie an das Anlegen einer Behinderten Toilette. Nach dem Motto "Anruf genügt, dann bin ich da!" will Wolfgang Stier auch in diesem Jahr bei Bedarf die in Teilzeit beschäftigte Kassiererin Renate Schäffer unterstützen.
Seit der jüngsten Jahreshauptversammlung sind dem Freibad-Förderverein Höfen zwei weitere Mitglieder beigetreten, so dass sich die Gesamtzahl auf 69 erhöht hat. Etwa zehn davon gehören zum "harten Kern" des Fördervereins. Schwimmmeister im Höfener Freibad ist Oliver Beck, unterstützt von Martin Siegel und von Swetlana Jeckel.

Für das Jahr 2009 rechnet die Gemeinde mit Einnahmen von 42.600 Euro und mit Ausgaben von 212.600 Euro, was einem Kostendeckungsgrad von etwa 20 Prozent und einem Zuschussbedarf von 170.000 Euro entspricht.

Das nächste große Ziel des Höfener Freibad-Fördervereins
ist ein Wasserspielplatz. Auf dem Bild sind Thomas Gronau
undWolfgang Stier (rechts) vom Förderverein zu sehen.

Foto: Ziegelbauer