Schwarzwälder Bote
Dienstag, 16. Juli 2013

Von Heinz Ziegelbauer
 

12-STUNDEN-SCHWIMMEN IM FREIBAD HÖFEN AN DER ENZ
 
Stolze 1190 Meter mit fast 90 Jahren
 
Eine Strecke von 452 Kilometern und 520 Metern (2012: rund 378 Kilometer), erreicht in einer Gemeinschaftsleistung von 88 (2012: 52) Schwimmern. So lautet die Bilanz des achten Höfener Zwölf-Stunden-Schwimmens. Damit belief sich die je Starter geschwommene Distanz auf durchschnittlich 5,142 Kilometer. Um bei dem Ereignis im Höfener Freibad mit dabei zu sein, hatten einige Teilnehmer Hunderte von Kilometern zurückgelegt. Ganz abgesehen von Gillian Greenfield als Teilnehmerin aus Südafrika. Das Altersspektrum der Teilnehmer reichte von der Höfenerin Lena Mettler mit ihren sieben Jahren und 2.450 geschwommenen Metern bis zur fast 90-jährigen Grete Mettler (Höfen, 1.190 Meter).
Mit einer Wassertemperatur von 26 Grad und einer Lufttemperatur von nur 17 Grad war es drinnen im Schwimmbecken wesentlich wärmer als draußen, als sich die ersten Langzeitschwimmer kurz nach 9 Uhr nach dem Startsignal von Wolfgang Stier, Vorsitzender des Freibad-Fördervereins, ins Wasser stürzten.
Unter ihnen war auch Jürgen Leventic-Stolz aus Stuttgart, der Höfen nach einem Blick in den Internet-Schwimmkalender mit einem Ort gleichen Namens bei Winnenden in Verbindung gebracht und erst in letzter Minute noch auf den Nordschwarzwald umdisponiert hatte.
Unter den ersten Schwimmern befand sich zudem Jürgen Stumpf aus Mannheim als letztjähriger Tagessieger. Zwischenzeitlich ist er mit einer Höchstleistung von 69 Kilometern bei einem 24-Stunden-Schwimmen in Ketsch zum deutschen und wohl auch zum internationalen Meister avanciert.
Dem Höfener Freibad-Team und dem Förderverein bescheinigte er, dass er sich beim Zwölf-Stunden-Schwimmen 2012 von dieser Idee habe infizieren lassen, worauf diese Infektion zwischenzeitlich zu einer positiven Sucht ausgewachsen sei. Gerade deshalb und wegen des angenehmen und fast schon familiären Charakters dieser Veranstaltung in Höfen sei er jetzt wieder gekommen, berichtete der 49-Jährige.

Eigentlich hatte Wolfgang Stier im Blick auf das hochsommerliche Wetter noch mehr Teilnehmer erwartet. Von den Schwimmern war allerdings zu hören, dass bei dem Sonnenschein den ganzen Tag über im Wasser ein erhöhtes Sonnenbrandrisiko bestehe - und das trotz Verwendung spezieller Schutzcreme mit dem höchsten Lichtschutzfaktor. Das war auch der Grund für Jürgen Stumpf, längere Pausen einzulegen und auf eine Steigerung seiner Tagesbestleistung vom vergangenen Jahr mit 38.220 Metern zu verzichten.
Es war schon dunkel, als Wolfgang Stier kurz nach 21.30 Uhr die Siegerehrung eröffnete und den Schwimmern mit den längsten Strecken in den einzelnen Altersgruppen ihre Siegerpokale überreichte. Hier ein Auszug aus der Siegerliste:
Mädchen sieben bis elf Jahre: 1. Florentine Schmid (12.110 Meter), 2. Lea Siegel, 3. Lorena Dewitt und Chantal Braune. Mädchen zwölf bis 15 Jahre: 1. Johanna Leistner 10.850 Meter, 2. Elena Dewitt.

Frauen 19 bis 21 Jahre: 1. Isabell Krentzel (770 Meter). Frauen ab 22 Jahren: 1. Roswitha Köhler (15.260 Meter), 2. Beate Rohrer, 3. Gillian Greenfield.
Buben sieben bis elf Jahre: 1. Robin Beck (10.220 Meter), 2. Dario Stolz, 3. Tim Dollinger. Buben zwölf bis 15 Jahre: 1. Tobias Beck (20.300 Meter), 2. Sven Kriege, 3. Tobias Niemzig. Jugend männlich 16 bis 18 Jahre: 1. Erik Mettler (4.200 Meter). Herren 19 bis 21 Jahre: 1. Marek Baniez (560 Meter). Herren: 1. und Tagessieger Jürgen Stumpf (27.060 Meter), 2. Bernhard Stauß, 3. Ralf Beck. Teamwertung: 1. Minions (60.240 Meter), 2. The Sharks, 3. Kilometerjäger.
Mehr als 30 Sponsoren honorierten die geschwommenen Kilometer mit Spenden an den Förderverein. Gerne angenommen wurde eine Entspannungsmassage, deren finanzieller Erlös ebenfalls dem Freibad-Förderverein zukam.


Die Klassensieger zusammen mit Wolfgang Stier und Heiderose Gerstner
vom Freibad-Förderverein. Foto: Ziegelbauer