Schwarzwälder Bote
Freitag, 9. April 2010

Von Christoph Klawitter
 

Höfen - Wasserspielplatz soll Freibad-Zukunft sichern
 
Höfen - Angesichts knapper Kassen ist das langfristige Fortbestehen des Höfener Freibads nicht gesichert. Der Förderverein hofft, mit einem neuen Wasserspielplatz das Bad jetzt noch attraktiver zu machen.
Noch deutet nur ein etwa zwölf Meter langer Graben auf dem Freibadgelände auf den neuen Wasserspielplatz hin. Doch in zwei Wochen sollen hier ein Spielgerät in Form eines Elefanten, drei Schiebewehren und eine Wasserspriale stehen. Dazu gibt es einen zwölf Quadratmeter großen "See", der mit Sitzplatten ausgestattet wird.
Der Elefant dient als Wasserpumpe und mit den Wehren können die Kinder das Wasser stauen. "Wir erwarten uns davon mehr Attraktivität", sagt Wolfgang Stier, Erster Vorsitzender des Fördervereins.

Klientel zwölf bis 20 Jahre fehlt
Im Blick hat Stier Familien mit kleinen Kindern. Sie und ältere Leute sind das Stammpublikum des Höfener Bads. "Die Klientel zwölf bis 20 Jahre fehlt halt", meint Stier. Diese jedoch könnten nach Calmbach oder Neuenbürg ausweichen, ergänzt der Freibad-Schwimmmeister Oliver Beck im Gespräch mit unserer Zeitung.
12.000 Euro kostet der Wasserspielplatz, die Rechnung begleicht der Förderverein. Dessen Geld stammt aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Einnahmen aus Veranstaltungen. Für einen Verein mit 65 Mitgliedern seien die 12000 Euro eine große Anstrengung, verdeutlicht Stier. Er räumt freimütig ein, dass der neue Spielplatz teilweise in Höfen auf Unverständnis stoße. Denn die Zukunft des Bads ist offen. Bürgermeister Holger Buchelt hat nur für dieses Jahr eine Bestandsgarantie gegeben, wie es 2011 aussieht, ist noch offen. Die Frage, ob tatsächlich bald eine Schließung des Freibads droht, beantwortet Stier so: "Dieses Damoklesschwert schwebt über allen Bädern." Außer dem Freibad gebe es in Höfen nunmehr kein Einsparpotenzial mehr. Nur: "Wenn das Freibad zumacht, dann hat Höfen gar nichts mehr".
Bis zum Saisonstart sind neben dem neuen Spielplatz noch weitere Arbeiten zu erledigen. So wollen die Fördervereinsmitglieder den Kinderbecken einen neuen Anstrich verpassen.


Kommentar: Richtiger Luxus
Das Freibad ist ein Luxus, den sich Höfen leisten sollte. Klar, ein Freibad ist ein Zuschussbetrieb. Man könnte einwenden: in Zeiten knapper Kassen und Finanzkrise eine unanständige Geldverschwendung.
Man darf aber nicht vergessen, dass Höfen schuldenfrei ist. Wie viele Kommunen in Baden-Württemberg können das von sich behaupten? Die Gemeinde hätte daher durchaus Spielräume, im Notfall das Freibad über Kredite zu finanzieren. Ein gutes Argument gegen eine mögliche Schließung sind steigende Besucherzahlen.
Der neue Wasserspielplatz ist deshalb sinnvoll, bringt er doch vielleicht noch mehr Familien mit kleinen Kindern ins Freibad. Gleichwohl besteht ein gewisses Risiko: Sollte das Höfener Freibad nächstes Jahr tatsächlich geschlossen werden, dann war die 12000 Euro teure Investition umsonst.

                                                  Aber wer nichts wagt, gewinnt auch nichts.

Von Christoph Klawitter